Architektur

Die folgenden Bemerkungen sollen ein erster Zugang zur Architektur der Basilika sein, keine umfassende Darstellung der Baugeschichte. Wer sich für die Baugeschichte, archäologischen Befunde und die Koblenzer Frühgeschichte interessiert, für den haben wir einige Literaturhinweise (siehe Literatur) zusammengestellt.
Der Standort der Basilika St. Kastor ist herausragend, gleich von welchem der beiden Flüssen betrachtet, prägt der viertürmige Bau die Silhouette der Stadt. In unmittelbarer Nähe des Deutschen Ecks, am Zusammenfluss von Rhein und Mosel wurde vor 1200 Jahren mit dem Bau der Kirche begonnen. Koblenz glich ursprünglich eher einer Inselwelt. Im Gebiet der heutigen Altstadt gab es hochwasserfreie Bereiche, die von natürlichen Seitenarmen der Mosel umspült waren. Auf einer dieser „Inseln“ wurde St. Kastor errichtet, ein Begriff, der mehrmals auch in Urkunden (insula Sti. Castoris) auftaucht.
Der Standort war bewußt außerhalb des Bereichs der spätrömischen Siedlung gewählt, ging es doch Kaiser und Erzbischof darum, einen repräsentativen Bau in Koblenz zu errichten. Innerhalb des spätrömischen Mauerrings gab es nur eine kleine Marienkapelle, ein Vorgängerbau der heutigen Florinskirche, Platz für einen Großbau gab es allerdings nicht.
Zwar sind noch Teile des karolingischen Gründungsbau vorhanden, die heutige Gestalt ist das Ergebnis der mit der zweiten Weihe im Jahre 1208 abgeschlossenen Bautätigkeiten, vor allem des 11. bis 12. Jahrhunderts.
Die Basilika St. Kastor ist eines der Hauptwerke der rheinischen Romanik.
„Das Ganze bildet ein durchaus harmonisches Ganzes. Man mag von einer Seite kommen, von welcher man will, der Bau bietet von allen Seiten einen erfreulichen Anblick. Die Wagerechten und Senkrechten halten sich das Gleichgewicht. Man könnte sich kein Teil höher oder niedriger denken, ohne dass das Ebenmaß gestört wäre“, so Reitz 1936.
Auch im Innern dominiert die romanische Grundstruktur, lediglich das spätgotische Netzgewölbe stellt in seiner feinen Gliederung eine gelungene Symbiose der massiven Bauweise der Romanik mit der Leichtigkeit und Farbenfreude der Gotik dar.
Bildete ursprünglich das Kreuz den Grundriss der Kirche, ist dies nach den Erweiterungen des 12. Jh. (Anbau der Seitenschiffe) nicht mehr sofort erkennbar. Der Altar stammt aus dem Jahr 1990 (Werk des Kölner Bildhauers Theo Heiermann) und steht im Zentrum der Kirche, in der Vierung. Nach den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils zelebriert der Priester in Richtung der Gläubigen.
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